Plausibilitätsbeurteilungen und Treuhandtätigkeit

Die Erstellung eines aussagefähigen und zeitnahen Abschlusses rückt immer mehr in den Mittelpunkt der Tätigkeit des Steuerberaters. Die Einhaltung gewisser Qualitätsstandards wird um so wichtiger, wenn unsere Mandanten zu Abwicklung ihres Geschäftsbetriebes auf Fremdmittel in Form von Krediten angewiesen sind. Da strengere Vergaberegeln bei der Gewährung von Krediten durch die Kreditinstitute gegeben sind, werden die Qualitätsstandards unsererseits bei der Erstellung von Jahresabschlüssen abgedeckt.

Die Bundessteuerberaterkammer hat mit einem Schreiben aus Oktober 2001 reagiert. In diesem Schreiben zu den Grundsätzen für die Erstellung von Jahresabschlüssen durch Steuerberater wurden Qualitätsstandards festgelegt. Diese werden von uns berücksichtigt und angewandt.

Bei Erstellung der Jahresabschlüsse wird in drei wesentlichen Falltypen bezüglich der Jahresabschlusserstellung unterschieden. Die Abstufung erfolgt nach dem Grad der Verlässlichkeit des Jahresabschlusses:

– Jahresabschlusserstellung ohne Prüfungshandlung

– Jahresabschlusserstellung mit Plausibilitätsbeurteilung

– Jahresabschlusserstellung mit umfassenden Prüfungshandlungen

Ein Jahresabschlusserstellung ohne Prüfungshandlungen erfällt grundsätzlich nicht die Anforderungen des § 18 KWG hinsichtlich der Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse eines Kreditnehmers gegenüber seinem Kreditinstitut.

Bei der Jahresabschlusserstellung mit Plausibilitätsbeurteilung erfolgt neben der eigentlichen Erstellungstätigkeit die Beurteilung der Plausibilität der dem Jahresabschluss zugrunde liegenden Bücher und Bestandsnachweise durch Befragung und Vornahme analytischer Prüfungshandlungen. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass hier keine Prüfung der Bestandsnachweise erfolgt.

Bei der Jahresabschlusserstellung mit umfassenden Prüfungshandlungen wird die formelle und materielle Richtigkeit des Jahresabschlusses vom Steuerberater beurteilt. Es handelt sich um die umfassendste Auftragskategorie. Im Vergleich zur Jahresabschlusserstellung mit Plausibilitätsbeurteilung sind hier umfassende Prüfungshandlungen i. S. der Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfungen durchzuführen (IDW PS 200). Die diesbezüglichen Prüfungshandlungen stimmen in weiten Bereichen mit denen einer handelsrechtlichen Jahresabschlussprüfung gem. §§ 316 ff. HGB überein. Insoweit muss sich der Abschlussersteller von der Zuverlässigkeit der Bestandsnachweise überzeugen.

 

  • Neben den zuvor aufgeführten Bereichen, nehmen wir Treuhandtätigkeiten und Vermögensverwaltungstätigkeiten sowie Testamentsvollstreckungen im Rahmen unserer berufsrechtlichen Möglichkeiten wahr.